10 Fragen, die Du Dir einmal im Jahr stellen solltest

Ganz oft ist es ja so, daß wir vom Weg abkommen, daß wir uns verirren. Das ist heute ganz leicht passiert, denn wir sind alle mit so vielen Themen und Fragen gleichzeitig beschäftigt, versuchen alle, so viele Bälle wie möglich gleichzeitig in der Luft zu halten.

Dabei ist das für unsere Persönlichkeit überhaupt nicht förderlich. Es wäre viel besser, sich auf das eine zu konzentrieren, das wir gerade tun, im Moment zu sein, diesen zu genießen und alles dafür zu tun, daß er großartig wird, erfolgreich oder auch intensiv, ganz nach Situation.

Um mich ab und an daran zu erinnern, was ich eigentlich will und um zu prüfen, ob ich für mich noch auf dem „richtigen“ Weg bin, habe ich mir angewöhnt, mir immer mal wieder selbst einige Fragen zu stellen, um mit mir selbst abzugleichen, ob ich noch die bin, die ich sein will.

Das ist bisweilen schmerzhaft und unbefriedigend, manchmal aber auch fällt mir dadurch erst auf, was ich alles in dem vergangenen Zeitraum geleistet habe und wieviel es eigentlich gibt, auf das ich stolz und dankbar sein kann.

Vielleicht sind Dir ja diese Fragen auch eine Inspiration:

Habe ich nach meinen eigenen Werten vernünftig gelebt?

Ganz wichtig ist mir, nach meinen eigenen Werten und Vorstellungen vernünftig zu leben. Moralisch und ethisch vertretbar zu handeln, ist da ein großes Thema. Dazu gehört zum Beispiel, anderen zu helfen, wenn es erforderlich ist, freundlich mit meinen Mitmenschen umzugehen, nach Möglichkeit andere zu inspirieren und zu ermutigen, aber auch, mich natürlich an die Erfordernisse von Recht und Gesetz zu halten und vieles mehr.

Im täglichen Leben stelle ich sehr oft fest, daß diese Regeln alleine schon für viele meiner Mitmenschen zuviel sind. Jeder hat das Gefühl, er muss Erster sein, schneller als der andere oder er hat höhere Rechte, die ihn zu mehr berechtigen – das ist mir zuwider. Ich kann auch gar nicht nachvollziehen, warum die Bedürfnisse des einen Vorrang vor denen eines anderen haben sollten. Mein Ansatz ist da ein anderer. Ich möchte Gerechtigkeit um mich herum spüren und daß Regeln befolgt werden, die für alle gelten. Ich gebe auch zu, ich mag Regeln. Für mich sind sie Leitfaden und Ordnung und bringen Struktur in das täglich Miteinander.

Mir ist aber zum Beispiel auch wichtig, keine Vorurteile zu haben, denen zu helfen, die es brauchen und das Positive in kleinsten Dingen zu sehen. Diese Lebenseinstellung bietet viel mehr Möglichkeiten und Inspiration, als alles schwarz zu sehen.

Versuch es doch selbst auch einfach mal und gehe mit einem Lächeln durch den Tag. Du wirst Dich wundern, was so alles Unerwartetes passiert.

Habe ich mich genug um mich selbst gekümmert?

Der eine oder andere mag jetzt denken, daß diese Frage egoistisch daher kommt. Dabei ist dem so gar nicht – wenn man sich um sich selbst im gleichen Maße wie um andere kümmert.

Denn ein gutes Verhältnis zu sich selbst und seinen Bedürfnissen ist ein wichtiger Punkt nicht nur für das eigene Wohlbefinden, sondern auch für das eigene Selbstbewusstsein. Das wiederum ist Voraussetzung für ein gesundes Verhältnis zu seinen Mitmenschen und insgesamt zu seiner Umwelt. Es bedarf beispielsweise eines gewissen Selbstverständnisses, nicht immer alles auf sich selbst zu beziehen, sich darüber aufzuregen und dadurch kostbare Energie zu verschwenden – das macht das Leben eindeutig erheblich leichter.

Und nur, wer sich ausreichend um sich selbst kümmert, festigt damit sein inneres Verhältnis zu sich und kann damit die Dankbarkeit und Liebe an andere abgeben – und damit letztlich eine Kettenreaktion im Außen auslösen.

Habe ich mich ausreichend um andere gekümmert?

Dazu passt der nächste Punkt wunderbar. Wer selbst positiv durch das Leben geht und seinen Mitmenschen nicht immer nur alles Schlechte zutraut, erlebt sehr oft positive Überraschungen.

Zugegebenermaßen erlebe ich an mir selbst auch immer wieder Momente, die mir ganz klar machen, daß ich mich selbst nicht an meine eigenen Vorgaben halte. Da war zum Beispiel neulich unser Nachbar, der auf mich zukam, als ich ungewöhnlich für mich nicht direkt hier vor dem Haus, sondern gegenüber und in der Nähe seines Hauses geparkt hatte. Unterbewusst hatte ich mich selbst bereits auf Krawall eingestellt, als er mich ganz freundlich darauf hinwies, daß mein Auto jetzt im absoluten Halteverbot stehe.. und daß er selbst das leider auch nur aus persönlicher Erfahrung so genau wisse.

Da habe ich mal wieder festgestellt, wie der eigentliche Fehler bei mir selbst lag. Immerhin kannte ich den Mann bis dahin gar nicht und sehe ihn auch heute selten. Warum also bin ich davon ausgegangen, daß er mir nicht wohl gesonnen ist..? Tja… Gute Frage. Das Ganze hat mir aber mal wieder klar gemacht, wie man selbst immer Situationen beeinflusst – und das eben leider oft nicht zum Guten.

Und dabei ist es ganz einfach, seinem Umfeld freundlich und offen zu entgegnen, hier und da mal jemandem die Tür aufzuhalten oder den Vortritt zu lassen. Oder einer Straßenmusikerin Geld zu spenden und einem Obdachlosen einen Kaffee auszugeben – einfach so. Denn es ist immer ein schönes Gefühl, etwas für einen anderen zu tun, der es vielleicht gar nicht erwartet hat, aber dessen Tag mit so einer kleinen Geste womöglich ein bißchen besser geworden ist.

Fragen

Bin ich mir selbst treu geblieben?

Auch das ist für mich hin und wieder eine große Frage: bin ich wirklich bei mir geblieben? Es gibt soviele Ablenkungen in unserer heutigen Zeit, soviele Möglichkeiten, Dinge einfach und schnell, aber nicht richtig und nachhaltig zu machen, daß ich mich gelegentlich daran erinnern muss, was richtig und was falsch ist.

Dazu gehört es auch, meine eigenen Regeln immer wieder zu hinterfragen, denn womöglich haben sie sich im Laufe der Zeit so verändert, daß sie nicht mehr zu dem passen, wer ich eigentlich bin und was ich eigentlich erreichen will.

Es ist immer ein gutes Gefühl festzustellen, daß mein eigener Stil noch der richtige ist oder beizeiten auch mal eine Anpassung in die richtige Richtung das Gewünschte erreicht hat.

In diesem Zusammenhang spielt für mich auch Moral eine große Rolle. Es ist in der heutigen Zeit aus meiner Sicht sehr, sehr einfach geworden, immer nur an sich zu denken, seine eigenen Ziele und seine eigenen Interessen zu verfolgen. Egoistisch zu sein ist gerade sehr in Mode. Vieles daran mag auch gut und verständlich sein. Trotzdem bleiben moralische Vorstellungen von richtig und falsch dieselben und es tut gut, sich (und andere) gelegentlich daran zu erinnern.

Bin ich dankbar gewesen?

Trotz unserer schnelllebigen Zeit und all dem, was zwischen neuen Machthabern wie Putin, Erdogan und Trump so alles schief läuft, gibt es immer wieder Dinge, Menschen und Situationen, die uns ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Da ist der Spaziergang durch den Wald, der ein unglaubliches Glücksgefühl auslösen kann, die eigene finanzielle Unabhängigkeit, das private Glück oder die Gesundheit der Familie, für die man nie genug dankbar sein kann.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, von ganz kleinen Dingen angefangen bis hin zu den ganz großen Fragen des Lebens, die – wenn sie gut laufen – einen wirklich richtig glücklich machen können. Das will ich mir bewusst machen und dafür will ich dankbar sein, für die scheinbar unbedeutenden Gelegenheiten und Begegnungen, genauso wie für die schweren Zeiten im Leben, die einen irgendwann gestärkt entlassen und einem immer wieder mal zeigen, wie das Schicksal oder das Universum die Dinge so zum Positiven regelt.

Auch in der sinnlosesten und verzweifelsten Lage ist sehr oft noch etwas Positives zu erkennen – manchmal zugegebenermaßen vielleicht erst in der Rückschau. Manchmal dauert es einfach zu verstehen, was das Universum so für einen geplant hat. Es überrascht mich jedoch immer öfter, gerade auch bei den Gelegenheiten, wenn ich schon gar nicht mehr damit rechne. Und das sind prima Möglichkeiten, für etwas dankbar zu sein, mit dessen eigentlicher Kreation man überhaupt nichts zutun hatte.

Habe ich alles getan, was ich konnte?

Auch das ist eine gute Frage. Denn Erfolg, Beachtung oder nach was auch immer man strebt, fällt einem ja nicht ohne Anstrengung in den Schoß – zumindest nicht im Normalfall. Es ist daher wichtig, für seine Überzeugungen einzutreten, kreativ zu sein und für seine Ziele jede erdenkliche Anstrengung in Kauf zu nehmen. Ich versuche das meistens schon alleine deswegen, weil ich mir hinterher nichts vorwerfen will.

Ja, ich gebe zu, gelegentlich sind Entspannung, Ruhe und Faulheit meine besten Freunde. Manchmal versuche ich, die Dinge, die mir wichtig sind, auf bequeme Weise zu erreichen. Aber – oh Überraschung – das gelingt natürlich meist nicht. Es bedarf einer gehörigen Portion Anstrengung, um das zu erreichen, was ich will.

Aber das zeigt auch, wenn es mir die Anstrengung nicht wert ist, ist vielleicht auch mein Ziel nicht das Richtige. Denn oft stehen zwischen dem, was ich anstrebe und dem, was jetzt ist, mein Schweinehund, und es bedarf einer großen Energieleistung, ihm den Stinkefinger zu zeigen und sich über ihn hinwegzusetzen. Oder auch – wie ein leider allzu wahrer Motivationsspruch sagt: „Alles Gute befindet sich außerhalb der Komfortzone“.

Ja.. das weiß ich leider nur zu gut. Es ist ein Kampf, sich dagegen durchzusetzen, aber er lohnt sich.

War ich mutig?

Dabei spielt auch Mut eine wichtige Rolle. Denn wie ein anderer wichtiger Leitspruch unseres Lebens schon sagt: „Du kannst alle Deine Träume erreichen, Du musst nur den Mut haben, ihnen zu folgen!“.

Auch das ist keine leichte Aufgabe. Es ist natürlich schwierig, sich immer wieder zu hinterfragen und ein Ziel zu setzen, das einem wichtig ist und dann diesem Ziel dann fast alles unterzuordnen. Manchmal ist es unbequem, anstrengend oder bringt einem keine Freunde. Aber so ist das eben im Leben.

Erfolg kann mühselig sein. Und man darf sich auch durch aufgeworfene Fragen, Ablehnung und Misserfolg nicht entmutigen lassen. Einige der größten Ikonen unserer Zeit – Steve Jobs, Oprah Winfrey, Walt Disney, Joanne K. Rowling, Elon Musk und viele mehr – mussten durch eine wahre Sintflut von Rückschlägen waten, bis sie sich endlich durchsetzen konnten. Es bedarf großen Mutes, sich hier nicht beirren zu lassen, weiter an sich zu glauben und es immer wieder zu versuchen – solange bis es klappt. Oder wie die Definition von Misserfolg zum besten gibt: „Etwas wird erst dann zu einem Misserfolg, wenn Du aufhörst, es zu versuchen.“ Hier ist Mut der entscheidende Faktor.

Fragen

Welche neuen Ziele habe ich?

Mit jedem neuen Ziel, das ich irgendwann erreicht habe, frage ich mich natürlich auch, welches neue Ziel ich mir setzen kann. Manchmal habe ich das Gefühl, daß Menschen glauben, irgendwann seien sie zu alt für neue Ziele oder zu alt, um nochmal eine Veränderung anzustoßen.

Das ist absoluter Quatsch – Alter ist kein Kriterium für das Finden, Erreichen oder Nichterreichen von neuen Zielen. Ich finde, da sollte man sich locker machen und positiv bleiben. Es gibt immer Neues zu entdecken und Neues zu erreichen. Oder wie Steve Jobs so sagt: Stay hungry, stay foolish!

Aus welchen Fragen und Fehlern kann ich lernen?

Aber natürlich läuft nicht immer alles so glatt und insgesamt so schön, wie ich mir das vorstelle. Es gibt ausreichend Gelegenheiten, in denen ich mein Ziel gar nicht oder zumindest nicht auf Anhieb erreiche. Oder ich treffe falsche Entscheidungen, die mich in eine Sackgasse führen oder – schlimmer noch – keinen Schritt weiter an mein Ziel bringen oder sogar noch weiter zurückwerfen.

Auch hier sollte man locker bleiben. So ist das eben mit den Versuchen, die man unternimmt – sie können nicht immer sofort von Erfolg gekrönt sein, hier sind Ausdauer und Durchhaltevermögen wichtig. Das Leben hat bisweilen seine eigene Vorstellung von Glück und dem Weg, den wir einschlagen sollen.

Denn wer mehr unternimmt bietet natürlich auch mehr Angriffsfläche für Fehler. Sogesehen sind die Menschen unter uns, die sich abfinden und nichts tun, auf der sichereren Seite – denn abgesehen von dem großen Fehler, sich zu ergeben und in ihr Schicksal zu fügen, geben sie dem Universum keinen Anlaß für eine Lektion oder einen krummen Weg.

Manchmal sind aber gerade die Umwege und die Lektionen das Gute am Leben, denn sie führen uns dahin, wo wir ohne sie niemals hingegangen wären. Fehler sind eben gar keine so schlechte Errungenschaft, zumal wir unendlich viel aus ihnen lernen können.

..und letztlich führen sie uns trotzdem immer ans Ziel, wenn wir am Ball bleiben.

Bleibe ich immer positiv?

Und das ist auch der Grund, warum ich trotz aller Fragen versuche, immer positiv zu bleiben. Zugegebenermaßen gelingt mir das nicht immer – da ist noch gehörig Luft nach oben.

Aber gerade weil das Leben manchmal seine eigenen Gesetze hat und seine eigene Geschichte schreibt, ist es so aufregend und toll. Und ich weiß ob meines mittlerweile fortgeschrittenen Alters, daß nicht immer all das Gute und Positive in einer Sache gleich zu erkennen ist.

Und daher bleibe ich dabei, auch wenn es eine atemberaubend große Aufgabe ist: es lohnt sich, immer positiv und neugierig zu bleiben.

Fragen

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